Marktsteft wird nur kurz mutig

Zu einer weiteren Überraschung bringt es Marktsteft nicht. Dafür ist Heidingsfeld zu stark und zu diszipliniert. Den Verlierern bleibt eine düstere Prognose.

In der Woche zuvor hatten sie beim Spitzenreiter nur mit einem Tor Unterschied verloren, dieser Gegner aber war eine Nummer zu groß: Mit 16:31 (8:18) mussten sich die Handballer des TV Marktsteft am Sonntagnachmittag dem wieder auf Platz zwei gerückten Aufstiegskandidaten TG Heidingsfeld geschlagen geben.

Die personell geschwächten Gastgeber traten zwar in der gleichen Formation wie zuvor in Regensburg an: ohne den gesperrten Marius Olbrich, die verletzten Florian Lang, Simon Weigand und Gabor Csorba sowie den beruflich verhinderten Florian Irmler. Aber schon nach wenigen Minuten glitt ihnen das ungleiche Duell aus der Hand.

 

Obwohl Heidingsfeld von Beginn an vorlegte, gelang den zunächst noch mutigen Marktsteftern zweimal der Ausgleich. Danach galoppierten ihnen die Heidingsfelder davon. Mit einer Reihe schnell abgeschlossener Vorstöße bestraften sie fast jeden gegnerischen Fehlwurf. „Am Anfang möchte jeder Gegner seine Chance nutzen – vor allem zu Hause. Aber wir haben den Willen Marktstefts schnell gebrochen“, stellte Heidingsfelds Trainer Heiko Karrer nach Spielende zufrieden fest.

Nach zwölf Minuten scharte Karrers Kollege Viliam Vitkovic seine Spieler um sich, um sie in einer Auszeit auf die überfallartige Spielweise Heidingsfelds besser einzustellen. Zu wenig hatten sie aufgeboten, um die wuchtigen Rückraumwürfe des Gegners zu verhindern. Das Mittel, einen siebten Feldspieler zu bringen, verpuffte, denn zweimal musste der von der Mittellinie einlaufende Torhüter Johannes Ullrich dem Ball auf dem Weg ins leere Tor nachschauen.

Beim Stand von 8:15 parierte er zwar einen Siebenmeter, doch trafen seine Vorderleute bis zur Halbzeit nicht mehr ins Tor, so dass die spielerisch dominanten Gäste noch einmal den Vorsprung erhöhten. Daran hinderte sie auch die doppelte Unterzahl anderthalb Minuten vor Ende der ersten Halbzeit nicht. Statt dadurch in Bedrängnis zu geraten, vergrößerten sie den Abstand und nutzten die folgende Zeitstrafe Marktstefts, um auf 18:8 zu enteilen.

Was die Gastgeber in der zweiten Halbzeit auch probierten, sie kamen nicht gegen diesen Gegner an, denn zu groß waren die Unterschiede zwischen beiden Teams: Heidingsfeld, das nach der Anzahl der bisherigen Gegentore die beste Abwehr stellt, gegenüber Marktsteft, gemessen an den erzielten Toren die schwächste Offensive. „Natürlich hatten wir uns ein niedrigeres Ergebnis vorgestellt, wir wollten den Gegner etwas mehr ärgern“, sagte Trainer Vitkovic.

Doch sei es für sein dezimiertes Team schwierig gewesen, gegen so eine Spitzenmannschaft noch einmal ein Spiel wie in Regensburg abzuliefern. Dort spielte neben einer guten eigenen Leistung auch der Gegner mit, indem er eine Fünf-Tore-Führung verpulverte. Von diesen Heidingsfeldern, die bis zum Ende konzentriert agierten, war das nicht zu erwarten. Marktsteft gelang sieben Minuten kein Tor und fiel mit einer 6:0-Serie der Gäste auf 11:28 zurück.

„Über den Klassenerhalt brauchen wir derzeit nicht mehr zu reden. Wir haben ihn nicht mehr in der eigenen Hand“, sagt Vitkovic. Für die letzten acht Saisonspiele macht der Trainer eine einfache Vorgabe: „Von Spiel zu Spiel schauen und das Bestmögliche abliefern.“

Die Statistik des Spiels

TV Marktsteft – TG Heidingsfeld 16:31 (8:18)
 
Marktsteft: Felix Lang, Ullrich; Pfeiler (1), Nico Schmidt, Dennis Schmidt, Florian Lang, Michael Bayer (1), Schneider (8), Stefan Bayer, Hetterich (3), Thorwarth (2), Reuthal (1).
 
Heidingsfeld: Varga, Delp; Bodo (2), Nass (2), Maier, Grammel (2), Dennis Orf (7), Bötsch (3), Dominik Orf (1), Wirth (3), Weinhardt (3), Farkas (7/4), Wisso (1).
 
Schiedsrichter: Berghammer/Kalina (Bayreuth).
 
Zuschauer: 220.
 
Zeitstrafen: 10:6 Minuten. Siebenmeter: 1:5 (0:4 verwandelt).
 
Spielfilm: 2:2 (4.), 3:5 (9.), 5:11 (16.), 6:14 (21.), 8:15 (25.), 8:18 (Halbzeit); 9:20 (35.), 11:22 (40.), 11:25 (45.), 13:28 (50.), 15:30 (56.), 16:31 (Endstand).