Herren I steht sich selbst im Weg

Im letzten Heimspiel des Jahres vergibt der Aufsteiger wieder einen möglichen Sieg. In der Schlussphase fehlt ihm gegen Cham die Kraft für eine Wende.

Über eine unnötige Niederlage ärgerten sich Marktstefts Handballer nach dem 22:25 (12:11) am Samstag gegen Cham. Nachdem sie ihre zwei vorangegangenen Heimspiele gewonnen hatten, wollten sie auch diesen letzten Auftritt des Jahres vor heimischem Publikum erfolgreich gestalten. Und so waren sie engagiert sie in die Partie gestartet.

Angeführt vom starken Rückraumschützen Tomas Soukup, legten allerdings die Gäste in der ersten Viertelstunde die Tore vor. Marktsteft musste dem Rückstand nachlaufen, erzielte aber bis zum 6:6 stets den Ausgleich. In der munteren Anfangsphase glichen sich vergebene Chancen wieder aus. Florian Lang verwarf, Soukup traf nur die Latte, sonst wäre Cham auf zwei Tore weggewesen.

 

Nachdem Felix Lang, der sich bei Würfen des Gegners aus dem Rückraum bewies, gegen Tahovsky pariert hatte und Lukas Steifs Aufsetzer über das Tor gesprungen war, nutzten die Marktstefter die Gunst des Augenblickes zur ersten Führung: Nach 16 Minuten traf Marius Olbrich zum 7:6 per Siebenmeter. Doch der Aufsteiger verpasste eine höhere Führung: Bist-rian, bis vor zwei Jahren noch als Torwart in der ersten rumänischen Liga aktiv, wehrte Florian Irmlers Wurf ab. Mit Soukup drehte Cham für kurze Zeit das Ergebnis auf 9:7, doch nach einer Auszeit holte Marktsteft erneut den Rückstand durch Florian Lang und Florian Irmler auf. Mit einem weiten Abwurf legte Felix Lang das 10:9 auf und die Gastgeber bis zum Seitenwechsel vor.

„In der ersten Halbzeit hatten wir am Ende eine Phase, in der wir einen Vorsprung verloren haben, doch wir kamen noch einmal zurück und gingen mit einer Führung in die Pause“, beschrieb Marktstefts Trainer Viliam Vitkovic das enge, intensive Treiben. Nach Felix Langs Parade gegen den Chamer Sebastian Wittmann gelang Olbrich mit einem tief angesetzten, verdeckten Wurf das 12:11. Nach der Pause verließ Olbrich das Wurfglück, mehrere Versuche landeten nicht im Tor, während Cham mit vier Toren in Folge den Zwischenstand zu seinen Gunsten drehte.

„Wir wussten, dass die ersten 15 Minuten in der zweiten Halbzeit besonders schwierig werden würden“, sagte Vitkovic. Gegen diesen Rückstand anzurennen, ließ bei seiner Mannschaft mit zunehmender Spieldauer die Kräfte schwinden. Zudem fehlte ihr Fortune: „In manchen Situationen hatten wir nicht mehr das nötige Glück.“ So sprang ein von Soukup vergebener Siebenmeter dem Schützen in die Hände, so dass der herausragende Chamer Spieler den Nachwurf zum 13:16 verwandelte. In dieser Phase häuften sich zudem die Zeitstrafen gegen die Gastgeber, da die Schiedsrichter ein strenges Regiment führten gegen Einwände und Proteste.

Nachdem Marktsteft gegen Mitte der zweiten Halbzeit mit bis zu zwei Mann weniger auf der Platte gestanden hatte, lag das Team als Folge davon mit 16:22 hinten. Mit der Einwechslung Viliam Vitkovics nahmen die Hausherren noch mal Schwung auf. Sie tauschten zudem ihren Torhüter gegen einen zusätzlichen Feldspieler aus und holten bis zum 22:23 auf. „Am Ende sind wir noch einmal bis auf ein Tor rangekommen, dann waren unsere Kräfte verbraucht“, erklärte Trainer Vitkovic, weshalb der späte Sturmlauf ein Tor vor dem Ausgleich zu Ende war.

Als die Chamer sich mit einer letzten Auszeit auf die restliche Spielzeit von noch vier Minuten eingestimmt hatten, brachten sie ihren Vorsprung gegen ein weiteres Mal in Unterzahl anrennende Hausherren ungefährdet über die Zeit. „Wir stehen wieder mal mit leeren Händen da“, beanstandete Vitkovic, dass sich sein Team selbst um den Lohn gebracht hatte. Drei Wochen Pause sind es bis zum letzten Auswärtsspiel dieses Jahres in Sulzbach-Rosenberg, danach ist Marktsteft weitere drei Wochen spielfrei. „Danach kommen ein paar verletzte Spieler zurück“, hofft Vitkovic auf Besserung.

Die Statistik des Spiels

TV Marktsteft – ASV Cham 22:25 (12:11)

Marktsteft: Felix Lang, Ullrich; Vitkovic (1), Reuthal, Hähle (1), Nico Schmidt, Dennis Schmidt (2), Irmler (4), Florian Lang (3), Michael Bayer (1), Stefan Bayer (2), Olbrich (6/3), Thorwarth (2), Weigand.

Cham: Bistrian, Fritsch; Pelikan (4), Steif (5), Klima (1), Tahovsky (3), Reitmeier, Lommer, Wagener (4), Bornack, Wittmann (1), Soukup (7/3), Kagermeier.

Schiedsrichter: Groß/Weiß (Münchberg).

Zuschauer: 100.

Zeitstrafen: 16:10 Minuten (Irmler 3, Hähle, Florian Lang, Stefan Bayer, Thorwarth, Weigand; Kagermeier 2, Klima, Reitmeier, Bornack).

Siebenmeter: 3:4 (3:3 verwandelt).

Spielfilm: 3:4 (5.), 5:5 (11.), 7:6 (16.), 7:9 (22.), 10:10 (26.), 12:11 (Halbzeit); 12:15 (35.), 14:18 (41.), 15:20 (46.), 17:23 (51.), 22:23 (56.), 22:25 (Endstand).